Darf man in Island eine Drohne fliegen?
Ob du fliegen darfst, hängt von deiner Drohne, deiner Registrierung und dem genauen Ort ab, an dem du fliegst. Hier findest du alles, was du wissen musst: die wichtigsten Vorschriften, Flugverbotszonen und die offiziellen Quellen – alles an einem Ort.
Behörde
Samgöngustofa (ICETRA)
Rahmenwerk
EU 2019/947 (offene EASA-Kategorie) + nationaler Vollzugsrahmen
Kompetenznachweis
A1/A3-Befähigungszeugnis
Kartierte Zonen
271
WICHTIGSTE REGELN (OFFENE KATEGORIE NACH EASA)
- In der offenen Kategorie beträgt die maximale Höhe 120 m, gemessen als Abstand zum nächstgelegenen Punkt der Erdoberfläche – nicht einfach senkrecht nach unten; in Hanglage kann also auch der Boden neben dir zählen. Innerhalb von 50 m um ein hohes künstliches Hindernis (über 105 m) kann die maximale Höhe auf Antrag der für das Hindernis verantwortlichen Stelle auf bis zu 15 m über der Höhe des Hindernisses erhöht werden.
- Du musst dich als Drohnenbetreiber registrieren, wenn deine Drohne 250 g oder mehr wiegt (oder beim Aufprall mehr als 80 J kinetische Energie übertragen könnte) – das gilt auch für Spielzeug. Unter 250 g ist die Registrierung dennoch erforderlich, wenn die Drohne einen Sensor hat, der personenbezogene Daten erfassen kann, es sei denn, sie gilt als Spielzeug im Sinne der EU-Spielzeugrichtlinie. Die Anforderungen an Pilotenschulung/-zeugnis sind davon getrennt und hängen von Klasse und Unterkategorie der Drohne ab.
- In Island liegt das Mindestalter bei 16 Jahren – Ausnahmen gelten für eine Drohne der Klasse C0 in der Unterkategorie A1, eine privat gebaute Drohne unter 250 g oder Flüge unter Aufsicht eines zertifizierten Fernpiloten.
- Bei Vulkanausbrüchen können Almannavarnir/Samgöngustofa vorübergehende Beschränkungen für Drohnenflüge verhängen – die Beschränkungen können bis zu 1.500 ft reichen, und ganze Gebiete (z. B. die Halbinsel Reykjanes während des Ausbruchs im Juli 2025) können vollständig gesperrt werden, solange die Aktivität andauert. Prüfe vor dem Fliegen stets die aktuelle vulkanische Aktivität.
- Ab dem 17. Mai 2026 erteilt Náttúruverndarstofnun (nicht die Luftfahrtbehörden) in 27 Schutzgebieten Genehmigungen nur für gewerbliche Drohnenflüge. Die Beschränkungen gliedern sich in drei Stufen: 15 Gebiete ganzjährig (u. a. Gullfoss, Geysir, Goðafoss, Skógafoss, Dyrhólaey, Látrabjarg sowie das Schutzgebiet Mývatn und Laxá), 11 Gebiete vom 1. Mai bis 15. September (u. a. Snæfellsjökull-Nationalpark, Dimmuborgir, Hornstrandir und Dynjandi) sowie Friðlandið að Fjallabaki vom 15. Juni bis 15. September. Genehmigungen für Forschung, Überwachung, Filmaufnahmen, gewerbliche Fotografie und genehmigungspflichtige Veranstaltungen werden weiterhin erteilt. Þingvellir und der Vatnajökull-Nationalpark stehen nicht auf dieser Liste und haben eigene Regeln.
- Es ist verboten, näher als 150 m an sensible Bauwerke heranzufliegen: Kraftwerke, Umspannwerke, das Alþingi, die Residenz des Präsidenten, Ministerien, Botschaften, Polizeistationen, Gefängnisse und Krankenhäuser, sofern die Eigentümer oder die Verfügungsberechtigten es nicht erlauben.
- In der offenen Kategorie musst du die Drohne in deiner eigenen direkten Sichtlinie mit bloßem Auge halten (Brille/Kontaktlinsen sind erlaubt; Fernglas oder Bildschirm zählen nicht) – oder mit Hilfe eines Beobachters fliegen, mit jederzeit klarer und wirksamer Kommunikation zwischen euch, damit ihr gemeinsam den Luftraum überwachen und Kollisionen vermeiden könnt. Der Follow-me-Modus ist eine besondere Ausnahme und bis zu 50 m vom Piloten entfernt erlaubt.
- Fliege nicht über Menschenansammlungen. Die Vorschriften für unbeteiligte Personen hängen von der Unterkategorie, der Klassenkennzeichnung und den Betriebsbedingungen ab; prüfe die offizielle Matrix.
- Ohne Genehmigung des Flughafenbetreibers ist das Fliegen auf Flughäfen, innerhalb von Flughafengeländen und innerhalb der Sperrzonen um Flughäfen mit Linienverkehr verboten – die Sperrzonen sind die in der App auf der Karte angezeigten Gebiete (vielerorts etwa 5 km). Innerhalb einer Sperrzone darfst du jedoch ohne besondere Genehmigung fliegen, wenn du unterhalb der Höhe der höchsten Hindernisse innerhalb von 50 Metern um die Flugbahn der Drohne fliegst. Genehmigung: Isavia für den Flughafen Keflavík, Innanlandsflugvellir ehf. für andere Flughäfen mit Linienverkehr.
- Vogelnistgebiete: saisonale Beschränkungen (Mai–August).
- Schwierige Windverhältnisse: In Island überschreitet der Wind oft die Sicherheitsgrenzen für Drohnen.
Flugverbotszonen und Flugbeschränkungen
271 Zonen · täglich aktualisiert
Häufig gestellte Fragen
Brauche ich eine Lizenz oder ein Zertifikat, um in Island eine Drohne zu fliegen?
Hier werden leicht zwei verschiedene Dinge verwechselt. Die Registrierung als Drohnenbetreiber ist bereits erforderlich, sobald die Drohne 250 g oder mehr wiegt oder über eine Kamera oder einen Sensor verfügt, mit dem personenbezogene Daten erfasst werden können – sie betrifft also auch viele Drohnen unter 250 g, sofern sie nicht unter die Ausnahmeregelung für Spielzeug fallen. Davon zu unterscheiden ist der Kompetenznachweis (hier: „A1/A3-Befähigungszeugnis“): Den brauchst du erst, wenn die Drohne 250 g oder mehr wiegt oder die Klassenkennzeichnung C1 oder höher trägt. Eine Kameradrohne unter 250 g erfordert also die Registrierung, aber keine Prüfung. Den Nachweis erhältst du über einen Online-Theorietest der zuständigen Behörde – hier: Samgöngustofa (ICETRA). Er gilt dann im gesamten EASA-Raum, nicht nur in diesem Land.
Darf ich in Island als Tourist oder ausländischer Besucher eine Drohne fliegen?
Ja – die EU-Drohnenvorschriften gelten auch für Besucher. Bist du bereits in einem anderen EASA-Land als Drohnenbetreiber registriert, gelten diese Registrierung und dein A1/A3-Kompetenznachweis (auch A2) ebenso in Island. Kommst du von außerhalb des EASA-Raums, registrierst du dich ein einziges Mal – in dem EASA-Land, in dem du zuerst fliegen willst. Zuständige Behörde hier: Samgöngustofa (ICETRA). Seit dem 17. Mai 2026 lehnt Islands Naturschutzbehörde Genehmigungen für Freizeitdrohnen in mehr als 25 Schutzgebieten ab, darunter Gullfoss, Geysir, Skógafoss, Dyrhólaey und der Nationalpark Snæfellsjökull; Þingvellir erteilt gar keine. Die Entscheidung ist angefochten — prüfe vor der Reise den aktuellen Stand.
Was sind die wichtigsten Drohnenvorschriften in Island?
Kurz gesagt: In der offenen Kategorie beträgt die maximale Höhe 120 m, gemessen als Abstand zum nächstgelegenen Punkt der Erdoberfläche – nicht einfach senkrecht nach unten; in Hanglage kann also auch der Boden neben dir zählen. Innerhalb von 50 m um ein hohes künstliches Hindernis (über 105 m) kann die maximale Höhe auf Antrag der für das Hindernis verantwortlichen Stelle auf bis zu 15 m über der Höhe des Hindernisses erhöht werden. Hinzu kommt: Du musst dich als Drohnenbetreiber registrieren, wenn deine Drohne 250 g oder mehr wiegt (oder beim Aufprall mehr als 80 J kinetische Energie übertragen könnte) – das gilt auch für Spielzeug. Unter 250 g ist die Registrierung dennoch erforderlich, wenn die Drohne einen Sensor hat, der personenbezogene Daten erfassen kann, es sei denn, sie gilt als Spielzeug im Sinne der EU-Spielzeugrichtlinie. Die Anforderungen an Pilotenschulung/-zeugnis sind davon getrennt und hängen von Klasse und Unterkategorie der Drohne ab. Außerdem: In Island liegt das Mindestalter bei 16 Jahren – Ausnahmen gelten für eine Drohne der Klasse C0 in der Unterkategorie A1, eine privat gebaute Drohne unter 250 g oder Flüge unter Aufsicht eines zertifizierten Fernpiloten. Das sind die zentralen Luftfahrtregeln – in Island können je nach Ort zusätzlich Bestimmungen zu Luftraum, Landnutzung, Natur, Datenschutz und Fotografie gelten. Prüfe daher immer die offiziellen Quellen.
Wo darf ich in Island keine Drohne fliegen?
Nicht befliegen darfst du die Sperrzonen – typischerweise rund um Flughäfen, Gefängnisse, Militärgelände und Naturschutzgebiete. Jede Zone in Island siehst du auf der interaktiven Karte auf dieser Seite und in der DrohnenKoll-App genau dort, wo du gerade stehst.
Wer regelt das Fliegen von Drohnen in Island?
Für den Drohnenflug in Island ist diese Behörde zuständig: Samgöngustofa (ICETRA). Den Luftraum selbst verwaltet eine eigene Stelle: Isavia. Die offiziellen Seiten beider Organisationen findest du unten unter Quellen – diese Links solltest du als Lesezeichen speichern.
Gut zu wissen
OFFIZIELLE QUELLEN
- Samgöngustofa – DrohnenregelnOffizielle Drohnenregeln und -hinweise von Samgöngustofa (ICETRA)island.is
- Samgöngustofa – Als Betreiber registrierenRegistrierung als UAS-Betreiber (5.863 ISK / 5 Jahre, gültig in EWR-Ländern)island.is
- FlyDrone.is – Registrierung und A1/A3-PrüfungRegistrierungsseite von Samgöngustofa, auf der sich Betreiber registrieren, das Lernmaterial lesen und die A1/A3-Prüfung ablegen (5.863 ISK, 5 Jahre gültig)flydrone.is
- island.is – DrohnenregistrierungDas digitale Dienstportal des isländischen Staates für die Drohnenregistrierungisland.is
WEITERE INFORMATIONEN
Prüfe vor dem Fliegen stets die offiziellen Quellen von Samgöngustofa (ICETRA) und FlyDrone.is. Diese Seite ist ein Hilfsmittel – keine Rechtsquelle. Island folgt den EASA-Vorschriften über das EWR-Abkommen mit nationalen Ergänzungen.
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