Darf man in Estland eine Drohne fliegen?

Ob du fliegen darfst, hängt von deiner Drohne, deiner Registrierung und dem genauen Ort ab, an dem du fliegst. Hier findest du alles, was du wissen musst: die wichtigsten Vorschriften, Flugverbotszonen und die offiziellen Quellen – alles an einem Ort.

Behörde

Transpordiamet

Rahmenwerk

EU 2019/947 (offene EASA-Kategorie) + nationaler Vollzugsrahmen

Kompetenznachweis

Fernpilotenzeugnis

Kartierte Zonen

230

WICHTIGSTE REGELN (OFFENE KATEGORIE NACH EASA)

  1. In der offenen Kategorie beträgt die maximale Höhe 120 m, gemessen als Abstand zum nächstgelegenen Punkt des Bodens – nicht einfach senkrecht nach unten; in Hanglage kann also auch der angrenzende Boden zählen. Zusätzlich können in manchen Gebieten niedrigere Höhengrenzen gelten; diese findest du auf der Drohnenkarte. Innerhalb eines Radius von 50 m um ein künstliches Bauwerk, das höher als 105 m ist, darfst du auf Antrag der für das Bauwerk verantwortlichen Stelle bis zu 15 m über das Bauwerk hinaus fliegen.
  2. Du musst dich als Drohnenbetreiber registrieren, wenn deine Drohne 250 g oder mehr wiegt (oder bei einem Zusammenstoß mehr als 80 J kinetische Energie übertragen kann) – das gilt auch für Spielzeug. Unter 250 g ist die Registrierung dennoch erforderlich, wenn die Drohne einen Sensor hat, der personenbezogene Daten erfassen kann, es sei denn, sie gilt als Spielzeug im Sinne der EU-Spielzeugrichtlinie. Die Anforderungen an Pilotenschulung/-zeugnis sind davon getrennt und hängen von Klasse und Unterkategorie der Drohne ab.
  3. In Estland beträgt das Mindestalter für Fernpiloten 16 Jahre – Ausnahmen gelten für Drohnen der Klasse C0 in der Unterkategorie A1, für privat gebaute Drohnen unter 250 g sowie beim Fliegen unter direkter Aufsicht eines Piloten, der die Anforderungen erfüllt.
  4. In der offenen Kategorie musst du die Drohne in deiner direkten Sichtlinie mit bloßem Auge halten (Brille/Kontaktlinsen sind erlaubt; Fernglas oder Bildschirm zählen nicht) – oder mit Hilfe eines Beobachters fliegen, mit dem du ständig klar und wirksam kommunizierst, damit ihr gemeinsam den Luftraum überwachen und Kollisionen vermeiden könnt. Der Follow-me-Modus ist eine gesonderte Ausnahme und bis zu 50 m vom Piloten entfernt erlaubt.
  5. Fliege nicht über Menschenansammlungen. Die Vorschriften für unbeteiligte Personen hängen von der Unterkategorie, der Klassenkennzeichnung und den Betriebsbedingungen ab; beachte die offizielle Matrix.
  6. In unmittelbarer Nähe von Flughäfen beträgt die Höhengrenze in der offenen Kategorie 0 m – Fliegen ist nur mit einer Betriebsgenehmigung der speziellen Kategorie möglich.
  7. Nachtflüge sind erlaubt, wenn die Drohne ein grünes Blinklicht hat (UAS.OPEN.060(2)(g)).
  8. CTR des Flughafens Tallinn: Prüfe sie sorgfältig auf der estnischen Drohnenkarte
  9. Sperrgebiete rund um die Flughäfen auf den Inseln (Saaremaa, Hiiumaa)
  10. In der Nähe der Staatsgrenze wurde ein Flugbeschränkungsgebiet eingerichtet (bis 300 m über Grund oder Wasser): Flüge dürfen dort nur mit einer Genehmigung der Politsei- ja Piirivalveamet (PPA) stattfinden (Vabariigi Valitsuse korraldus nr 229, Punkte 3.2 und 5.3). Die PPA richtet außerdem vorübergehende Flugbeschränkungsgebiete in Grenznähe ein – prüfe die NOTAMs. Im Grenzgebiet treten starke GPS-Störungen auf.

Flugverbotszonen und Flugbeschränkungen

230 Zonen · täglich aktualisiert

Offizielle Drohnenkarte öffnen ↗

Häufig gestellte Fragen

Brauche ich eine Lizenz oder ein Zertifikat, um in Estland eine Drohne zu fliegen?

Hier werden leicht zwei verschiedene Dinge verwechselt. Die Registrierung als Drohnenbetreiber ist bereits erforderlich, sobald die Drohne 250 g oder mehr wiegt oder über eine Kamera oder einen Sensor verfügt, mit dem personenbezogene Daten erfasst werden können – sie betrifft also auch viele Drohnen unter 250 g, sofern sie nicht unter die Ausnahmeregelung für Spielzeug fallen. Davon zu unterscheiden ist der Kompetenznachweis (hier: „Fernpilotenzeugnis“): Den brauchst du erst, wenn die Drohne 250 g oder mehr wiegt oder die Klassenkennzeichnung C1 oder höher trägt. Eine Kameradrohne unter 250 g erfordert also die Registrierung, aber keine Prüfung. Den Nachweis erhältst du über einen Online-Theorietest der zuständigen Behörde – hier: Transpordiamet. Er gilt dann im gesamten EASA-Raum, nicht nur in diesem Land.

Darf ich in Estland als Tourist oder ausländischer Besucher eine Drohne fliegen?

Ja – die EU-Drohnenvorschriften gelten auch für Besucher. Bist du bereits in einem anderen EASA-Land als Drohnenbetreiber registriert, gelten diese Registrierung und dein A1/A3-Kompetenznachweis (auch A2) ebenso in Estland. Kommst du von außerhalb des EASA-Raums, registrierst du dich ein einziges Mal – in dem EASA-Land, in dem du zuerst fliegen willst. Zuständige Behörde hier: Transpordiamet.

Was sind die wichtigsten Drohnenvorschriften in Estland?

Kurz gesagt: In der offenen Kategorie beträgt die maximale Höhe 120 m, gemessen als Abstand zum nächstgelegenen Punkt des Bodens – nicht einfach senkrecht nach unten; in Hanglage kann also auch der angrenzende Boden zählen. Zusätzlich können in manchen Gebieten niedrigere Höhengrenzen gelten; diese findest du auf der Drohnenkarte. Innerhalb eines Radius von 50 m um ein künstliches Bauwerk, das höher als 105 m ist, darfst du auf Antrag der für das Bauwerk verantwortlichen Stelle bis zu 15 m über das Bauwerk hinaus fliegen. Hinzu kommt: Du musst dich als Drohnenbetreiber registrieren, wenn deine Drohne 250 g oder mehr wiegt (oder bei einem Zusammenstoß mehr als 80 J kinetische Energie übertragen kann) – das gilt auch für Spielzeug. Unter 250 g ist die Registrierung dennoch erforderlich, wenn die Drohne einen Sensor hat, der personenbezogene Daten erfassen kann, es sei denn, sie gilt als Spielzeug im Sinne der EU-Spielzeugrichtlinie. Die Anforderungen an Pilotenschulung/-zeugnis sind davon getrennt und hängen von Klasse und Unterkategorie der Drohne ab. Außerdem: In Estland beträgt das Mindestalter für Fernpiloten 16 Jahre – Ausnahmen gelten für Drohnen der Klasse C0 in der Unterkategorie A1, für privat gebaute Drohnen unter 250 g sowie beim Fliegen unter direkter Aufsicht eines Piloten, der die Anforderungen erfüllt. Das sind die zentralen Luftfahrtregeln – in Estland können je nach Ort zusätzlich Bestimmungen zu Luftraum, Landnutzung, Natur, Datenschutz und Fotografie gelten. Prüfe daher immer die offiziellen Quellen.

Wo darf ich in Estland keine Drohne fliegen?

Nicht befliegen darfst du die Sperrzonen – typischerweise rund um Flughäfen, Gefängnisse, Militärgelände und Naturschutzgebiete. Jede Zone in Estland siehst du auf der interaktiven Karte auf dieser Seite und in der DrohnenKoll-App genau dort, wo du gerade stehst.

Wer regelt das Fliegen von Drohnen in Estland?

Für den Drohnenflug in Estland ist diese Behörde zuständig: Transpordiamet. Den Luftraum selbst verwaltet eine eigene Stelle: EANS (Lennuliiklusteeninduse AS). Die offiziellen Seiten beider Organisationen findest du unten unter Quellen – diese Links solltest du als Lesezeichen speichern.

Gut zu wissen

OFFIZIELLE QUELLEN

WEITERE RESSOURCEN

Prüfe vor dem Fliegen stets die offiziellen Quellen von Transpordiamet (estnische Verkehrsbehörde) und die estnische Drohnenkarte. Diese Seite ist ein Hilfsmittel – keine Rechtsquelle. Estland folgt den EASA-Vorschriften mit nationalen Ergänzungen.

Die App

Alles im Blick, aktuell – in deiner Hosentasche

DrohnenKoll zeigt Flugverbotszonen, Wetterdaten und NOTAMs auf einer interaktiven Karte an – mit integriertem Flugprotokoll und Checklisten.

Mehr in der App:Interaktive Zonenkarte · Flugprotokoll · Planung und Messung · Checklisten vor dem Flug

App StoreGoogle Play4,7 / 5App Store